Eine Geschichtsstunde mit Teenagern - Reisen durch Mitteleuropa

Das Lernen durch Bücher oder einen Geschichtsunterricht kann nicht mit einem Reiseerlebnis aus erster Hand verglichen werden. Im Sommer von 2018 konnten wir mit Europas beeindruckendem Schienensystem eine dreiwöchige Reise nach Mitteleuropa unternehmen, um vier Länder und vier Hauptstädte der Welt zu besuchen. Es war eine Geschichtsstunde, anders als alles, was unsere beiden jugendlichen Söhne zuvor erlebt hatten.

Osteuropa mit Teenagern - Berliner Mauer - Foto Lisa Johnston

Berliner Mauer - Foto Lisa Johnston

Unsere Reise begann in der deutschen Hauptstadt Berlin. Als sie über das Ende des Kommunismus und den Fall der Berliner Mauer in 1989 hörten, begriffen sie die Bedeutung erst dann vollständig, wenn sie neben einem Gedenkabschnitt der Mauer standen. Nachdem die Mauer 177 Kilometer überspannt hatte, trennte sie Ost- und West-Berlin - und sogar Familien - seit mehr als 28 Jahren. Heute ist Berlin eine lebendige, junge Stadt mit einem deutlichen Vorsprung. Obwohl viele der Gebäude im ehemaligen Ost-Berlin noch immer eine schlichte graue kommunistische Architektur aufweisen, sorgen die graubraunen Wände ebenso für eine einzigartige Atmosphäre wie die geschäftigen Geschäfte, Cafés und Märkte.


Unsere Geschichtsstunde beinhaltete einen Ausflug zum Stasi-Museum, einem Gebäude, das früher als Hauptquartier der östlichen Berliner Geheimpolizei diente. Checkpoint Charlie, der einzige offizielle Grenzübergang für alliierte Truppen und Ausländer zwischen den beiden Seiten während des Kalten Krieges; und das Denkmal für die ermordeten Juden Europas, ein Feld aus dunkelgrauen Blöcken gleich die Straße hinunter vom berühmten Brandenburger Tor. Was jedoch am meisten Resonanz fand, waren die beiden Ziegelsteinreihen, die über Straßen und Bürgersteige liefen und anzeigten, wo sich einst die Berliner Mauer befand. Ohne nachzudenken, überquerten wir den Marker, ohne es zu merken, bis wir nach unten schauten, etwas, das erst vor wenigen Jahren bei 30 unmöglich war.

Jeder Geschichtsunterricht sollte eine Kostprobe der lokalen Küche enthalten. In Berlin war unser Favorit die Currywurst, eine Art Fisch und Pommes mit Bratwurst und Pommes Frites (heute ein Grundnahrungsmittel bei uns zu Hause).

Blick von der Dresdner Frauenkirche - Foto Lisa Johnston

Blick von der Dresdner Frauenkirche - Foto Lisa Johnston

Wir verließen Berlin und stiegen in einen Zug nach Dresden. Von den Alliierten im Februar 1945 kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs bombardiert, zerstörten mehr als 3,900 Tonnen Sprengstoff 1,600 Morgen des Stadtzentrums und töteten mehr als 25,000 Menschen. Das heutige Dresden wurde von Bewohnern und Freiwilligen in seiner alten Pracht Stein für Stein wieder aufgebaut. Sein Wahrzeichen, die Liebfrauenkirche, lag fast 50 Jahre lang auf Trümmern, bis der Wiederaufbau in 1994 nach der Wiedervereinigung Deutschlands begann. Ein Highlight für unsere Jungs war der Aufstieg um 67 Meter auf die Kuppel der Kirche, von wo aus eine Plattform einen atemberaubenden Blick auf die Altstadt ermöglichte. Wieder auf dem Boden angekommen, hat ein Stopp bei einem der vielen deutschen Chocolatiers unsere Energie wiederhergestellt.

Prag - Blick von der Spitze des Veitsdoms - Foto Lisa Johnston

Prag - Blick von der Spitze des Veitsdoms - Foto Lisa Johnston

Die Kopfsteinpflasterstraßen des alten Prags und seine roten Dächer gaben uns das Gefühl, aus einem Zug in ein mittelalterliches Märchen getreten zu sein. Prag wurde am Ende des Zweiten Weltkriegs nur geringfügig beschädigt und blieb praktisch unberührt, als die deutschen Truppen relativ ungehindert in die Hauptstadt einmarschierten. Unsere Geschichtsstunde beinhaltete einen Besuch der Altstadt und einen Spaziergang über die berühmte Karlsbrücke, die uns zur Prager Burg an der Westseite der Moldau führte. Mit einer Vielzahl von Touren, die zur Erkundung des Schlosses und seines Geländes angeboten wurden, haben sich unsere Jungs dazu entschlossen, die 287-Stufe des St.-Veits-Doms in der 35-C-Sommerhitze zu besteigen. Es war ein Rennen, das ich nicht gewonnen habe, aber der atemberaubende Blick auf Prag, die Brücke und den Fluss dahinter machte die Reise lohnenswert, ebenso wie die Belohnung am Ende: Trdelnik (eine Donut-Eistüte) essen und zuhören Ein Geigenquartett spielt die Rockmusik des Grünen Tages vor einer Menschenmenge jeden Alters, die sich auf dem Platz versammelt.

Wiener Sommerpalast - Foto Lisa Johnston

Wiener Sommerpalast - Foto Lisa Johnston

Österreich war zwar nicht Teil des Sowjetregimes, wurde aber in 1938 an das nationalsozialistische Deutschland angegliedert. Wien hat mit seinen weiß getünchten Straßen und Gebäuden ein ganz anderes Flair als das dunkle Prag. Für palastbegeisterte Teenager bietet Wien zwei - das Sommerpalais und das Winterpalais, in denen die Habsburger bis zum 1918 regierten. Ebenso eindrucksvoll stand am Fuße des Stephansdoms, der seit mehr als 700 Jahren die Stadt im Auge hat. Ein Muss, um die österreichische Kultur kennenzulernen, war eines der jahrhundertealten Cafés in der ganzen Stadt. Österreichischer Kaffee wird mit einem Glas Wasser serviert, und obwohl dies nicht unbedingt für Teenager attraktiv ist, verdienen selbst Eltern nach einem langen Sightseeing-Tag eine Pause.

Die Bäckerei Gerbeaud in Budapest - Foto Lisa Johnston

Die Bäckerei Gerbeaud in Budapest - Foto Lisa Johnston

Als letztes stand die ungarische Hauptstadt Budapest auf dem Programm. Budapest war etwas weiter von der kommunistischen Kontrolle entfernt, was zu mehr Freiheit führte, und die pulsierende Stadt wurde bekannt für Shopping, Rockkonzerte und das erste McDonald's östlich des Eisernen Vorhangs. Gerbeaud, eine Bäckerei und ein Kaffeehaus, das 1858 gegründet hat, serviert Leckereien, die in anderen kommunistischen Städten nicht erhältlich sind. Heute ist Gerbeaud ein beliebter Ort für Einheimische und Touristen. Für jugendliche Jungen, die Fantasy-Filme mögen, war ein Besuch der Fischerbastei auf dem Burgberg auf jeden Fall ein Highlight, ebenso wie die abendliche Flusskreuzfahrt auf der Donau, bei der Gebäude entlang der Uferpromenade in hellem Licht schimmerten.

Wir kamen müde und mit wunden Füßen nach Hause, aber bereichert durch unsere Erfahrung und mehr Verständnis für verschiedene Kulturen der Welt, die die bemerkenswerten Ziele und Länder geschaffen haben, die heute existieren.

Lisa Johnston ist Kommunikationsberaterin und Herausgeberin des nationalen Fachmagazins Canadian Funeral News. Sie ist außerdem freie Schriftstellerin und Redakteurin für mehrere kanadische Magazine und reist gern mit ihrer Familie um die Welt.

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